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Arbeitszeiterfassung ist Pflicht: Was 2026 gilt

Seit 2022 musst du die Arbeitszeit deiner Mitarbeiter erfassen. Ein eigenes Gesetz dazu gibt es bis heute nicht, nur einen Entwurf. Hier steht, was gilt, was sich ändern soll und wie du die Pflicht mit SpikeTime nebenbei erledigst.

Rechtsstand: Oktober 2026

Bild der SpikeTime Zeiterfassung

Kurz gesagt


Ja, Arbeitszeiterfassung ist in Deutschland Pflicht. Das Bundesarbeitsgericht hat am 13. September 2022 entschieden, dass Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen müssen. Das gilt für alle Beschäftigten, im Büro genauso wie im Homeoffice oder auf der Baustelle. Wie du erfasst, ist heute noch deine Sache: Papier und Excel reichen rechtlich. Der Referentenentwurf vom Juni 2026 will das auf elektronisch umstellen.

Warum ist Arbeitszeiterfassung Pflicht?


Es geht um Arbeitsschutz. Wer die Arbeitszeit nicht aufschreibt, kann auch nicht prüfen, ob Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten eingehalten werden. Mit der Bezahlung hat die Pflicht erst mal nichts zu tun.

  • Am 14. Mai 2019 hat der Europäische Gerichtshof die EU-Staaten verpflichtet, ein „objektives, verlässliches und zugängliches“ System zur Zeiterfassung vorzuschreiben (Rechtssache C-55/18).
  • Das Bundesarbeitsgericht hat daraus am 13. September 2022 eine Pflicht für deutsche Arbeitgeber abgeleitet (Beschluss 1 ABR 22/21).
  • Grundlage ist § 3 Abs. 2 Nr. 1 Arbeitsschutzgesetz, ein neues Gesetz war dafür nicht nötig.

Deshalb gibt es auch keine Schonfrist. Die Pflicht gilt seit dem Beschluss und nicht erst, wenn die Reform kommt.

Screenshot, der verschiedene Teile des Arbeitszeitkontos in der SpikeTime Zeiterfassung zeigt.

Wer muss Arbeitszeiten erfassen?


Jeder Arbeitgeber, vom Dreierteam bis zum Konzern. Erfasst werden alle Beschäftigten, also auch Teilzeitkräfte, Minijobber und alle, die im Homeoffice oder im Außendienst arbeiten.

  • Du darfst das Eintragen an deine Mitarbeiter delegieren. Verantwortlich bleibst du.
  • § 18 Arbeitszeitgesetz nimmt bestimmte Gruppen aus, etwa leitende Angestellte und Chefärzte. Ob das auch für die Erfassungspflicht gilt, ist nicht geklärt, denn das BAG stützt die Pflicht aufs Arbeitsschutzgesetz und nicht aufs Arbeitszeitgesetz.
  • Selbstständige und freie Mitarbeiter betrifft die Pflicht nicht.

Unser Rat: Erfass im Zweifel auch die Führungskräfte mit. Das kostet wenig und erspart dir eine Diskussion mit der Aufsichtsbehörde. Wer nach Stunden abrechnet, braucht die Zeiten sowieso, dann eben für die Projektzeiterfassung.

Screenshot, der verschiedene Teile der Tagesansicht in der SpikeTime Zeiterfassung zeigt.

Was muss erfasst werden, und in welcher Form?


Mindestens Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit, Überstunden eingeschlossen. Pausen gehören dazu, sonst kann niemand nachvollziehen, ob die Ruhezeiten stimmen.

  • Die Form ist heute frei. Papier, eine Excel-Vorlage, eine App oder Software sind alle zulässig.
  • Das System muss objektiv, verlässlich und zugänglich sein. Am Monatsende geschätzte Stunden erfüllen das nicht.
  • Aufzeichnungen nach Arbeitszeit- und Mindestlohngesetz bewahrst du mindestens zwei Jahre auf.

Excel funktioniert, solange das Team klein ist und alle sauber eintragen. Sobald Überstunden, Urlaub und Teilzeit dazukommen, wird es mühsam. Eine Online-Zeiterfassung rechnet das für dich mit.

Screenshot, der den Gesamtsaldo eines Stundenkontos und die Editiermaske für die Soll-Arbeitszeiten zeigt.

Was zählt als Arbeitszeit?


Arbeitszeit ist die Zeit, in der jemand für den Betrieb arbeitet, im Büro wie zu Hause. Pausen und der Weg zur Arbeit gehören nicht dazu. Wie die Zeit vergütet wird, regeln Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Weniger offensichtlich, aber ebenfalls Arbeitszeit:

  • Reisezeit, wenn sie zum Job gehört, zum Beispiel im Außendienst
  • Rüstzeit, also Werkzeug einrichten oder warten, bis der Rechner hochgefahren ist
  • Bereitschaftsdienst

Als Faustregel gilt: Was ein Mitarbeiter für die Firma oder auf ihre Anweisung tut, ist Arbeitszeit und gehört in die Erfassung.

Screenshot, der die Auswahl von Zeiteinträgen für die Rechnungserstellung und zwei Beispiele für erstellte Rechnungen zeigt.

Was Kunden zu unserer Software zur Zeiterfassung sagen

"Gratulation zum wirklich sehr gelungen Update von Spiketime. Hier habt Ihr ein bereits ganz tolles Tool noch bedienungsfreundlicher gemacht!"

Jürgen Lang

Lang Consult

Müssen auch Pausen erfasst werden?


Ja. Das Arbeitszeitgesetz schreibt Pausen und Ruhezeiten vor, und ohne Aufzeichnung lässt sich nicht prüfen, ob sie eingehalten werden.

  • Mehr als sechs Stunden Arbeit: mindestens 30 Minuten Pause
  • Mehr als neun Stunden: mindestens 45 Minuten
  • Länger als sechs Stunden am Stück darf niemand ohne Pause arbeiten.
  • Zwischen zwei Arbeitstagen liegen mindestens elf Stunden Ruhezeit. Pro Werktag sind acht Stunden die Regel und zehn das Maximum, wenn es später ausgeglichen wird.

SpikeTime prüft das beim Erfassen. Fehlt eine Pause, ist die Ruhezeit zu kurz oder der Tag länger als zehn Stunden, bekommst du einen Hinweis. Auf Wunsch zieht SpikeTime die gesetzliche Pause automatisch ab.

Screenshot, der eine Editiermaske im Zeiterfassungssystem zeigt.

Was die Reform ändern soll


Am 18. Juni 2026 wurde ein Referentenentwurf des Arbeitsministeriums bekannt. Geltendes Recht ist das nicht. Stand Oktober 2026 gibt es keinen Kabinettsbeschluss, und danach müssten noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Ein früherer Entwurf von 2023 ist gescheitert.

Was drinsteht, zeigt trotzdem, wohin es geht:

  • Elektronische Erfassung wird zur Regel. Die Übergangsfrist beträgt ein Jahr, für Betriebe unter 250 Beschäftigten zwei und unter 50 Beschäftigten fünf Jahre.
  • Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten bleiben von der elektronischen Pflicht ausgenommen.
  • Bußgelder bis 30.000 € auch für fehlende Aufzeichnungen
  • Eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, allerdings nur per Tarifvertrag. Darüber wird am heftigsten gestritten.

Hintergründe, Streitpunkte und die häufigsten Irrtümer haben wir im Artikel Was heute schon Pflicht ist und was mit der Reform kommt zusammengetragen.

Screenshot, der die Datumsauswahl und ein Chart mit den erfassten Arbeitsstunden und dem dazugehörigen Umsatz zeigt.

Was passiert, wenn du nichts tust?


Für die reine Erfassungspflicht gibt es heute kein direktes Bußgeld. Die Aufsichtsbehörde kann dir aber vorschreiben, ein System einzuführen. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat so eine Anordnung 2024 bestätigt (Az. 15 K 964/24), und wer sie ignoriert, zahlt. Teurer sind ohnehin die klassischen Verstöße: Wer Höchstarbeitszeit, Ruhezeit oder Pausen missachtet, riskiert nach § 22 Arbeitszeitgesetz bis zu 30.000 Euro.

So erfüllst du die Pflicht mit SpikeTime


Deine Mitarbeiter tragen Beginn, Ende und Pausen ein, im Browser oder mit der App. Den Rest rechnet SpikeTime.

  • Überstunden und Stundenkonto laufen automatisch mit, auch bei Teilzeit.
  • Hinweise bei fehlender Pause, zu kurzer Ruhezeit oder mehr als zehn Stunden am Tag
  • Export als Excel oder PDF, wenn die Aufsichtsbehörde Unterlagen sehen will
  • Die Daten liegen auf Servern in der EU.

Und weil die Zeiten ohnehin erfasst sind, hast du gleich die Zahlen für Auswertungen und Projektbudgets.

Screenshot, der das in der Software integrierte Support-Formular zeigt.

Ist die Einführung nicht aufwendig?


Nein. Du legst einen Account an, lädst dein Team ein, und alle können sofort loslegen. Eine Schulung braucht es nicht. SpikeTime kostet ab 3 € pro Mitarbeiter und Monat zzgl. USt, die Urlaubsverwaltung ist dabei schon enthalten. Es gibt keine Mindestlaufzeit, und die ersten 14 Tage testest du kostenlos.